Erster „Schätzchen-Urlaub“

Nach den ersten Wochen im Schätzchen stand auch mal eine Urlaubswoche auf dem Programm.
Eigentlich sollte es für einige Tage in Richtung alte Heimat gehen. Aber da sich das Geburtstagskind in der Pfalz aufhielt, wurden die Pläne kurzerhand geändert und angepasst.
So führte mich der Weg in Richtung Rhein, um mal den Ausblick von der Loreley zu erleben
Der erste Boxenstopp sollte am Samstag der Taunus sein.
Auf dem Weg über die Autobahn A3 zum Taunus-Mobilcamp in Weilrod musste ich allerdings einen Schwächeanfall beim Schätzchen feststellen. Die letzten Kilometer bis zum Stellplatz quälte es sich regelrecht über die Berge und Hügel. Das machte mir dand doch etwas Sorgen, so dass ich nach Ankunft in Weilrod gleich mal die Gelben Engel kontaktierte. Wir vereinbarten einen Krankenbesuch für den Sonntag, da ja kein wirklich dringender Handlungsbedarf bestand.
So richtete ich mich also auf dem Stellplatz „Taunus-Mobilcamp in Weilrod“ ein.
Dieser liegt direkt an der Taunus-Hochstraße (B275). Diese, mit dem dazugehörigen Lärm, ist allerdings das einzige, was an diesem, ansonsten schönem Platz, zu monieren wäre. Ansonsten stehen die Mobile direkt in der Hochsommersonne. Dies ist ja auf fast allen anderen Plätzen ähnlich.
In „Onkel Toms Hütte“ direkt am Platz kann nicht nur Kleingeld für die Strom- und Wasserversorgung gewechselt, sondern auch leckere Speisen und Getränke für dieses genossen werden.  Auch für Nicht-Camper kann ich diesen Imbiss sehr empfehlen. Der Platz liegt im Tal zwischen der oben genannten B275 und dem Flüsschen Weil an einer breiten Wiese. Alles ist sauber, ordentlich und für zehn Euro online buchbar.

Am Sonntag kam dann auch der Gelbe Engel und versuchte sich an einer Diagnose. Da ich kurz vorher den Tank komplett gefüllt hatte, nahm er an, dass der Dieselfilter dicht sein könnte. Einen solchen hatte er allerdings in seinem Abschlepper nicht dabei. Daher wollte er mich am Montag zu einer Werkstatt in Neu Anspach eskortieren.
Wozu diese Eskorte nötig war, hat sich mir bisher nicht erschlossen. Jedenfalls tauchte am späten Montagmorgen ein kleineres Werstattfahrzeug auf. Dieses hätte mich bestimmt nicht über die „Berge“ schleppen können, gab mir aber mit seinen gelben Blinklichtern auch das Gefühl, nicht allein mit meinem Problem zu sein.
Eine Überraschung war die Werkstatt selbst. War ich doch einige Wochen vorher schon einmal hier, um mir einen LKW für den „Plan C“ anzuschauen. Dieser stand wirklich immer noch an seinem angestammten Platz.

In der Werkstatt war leider nur ein Monteur anwesend und der hatte nicht wirklich Zeit für mein Problem. Mit Hilfe des Häuptlings konnte wenigstens der Dieselfilter geordert werden. Dieser wiederrum konnte erst am Dienstag geliefert werden. Da nutzte ich schon mal die Zeit um den Luftfilter weg zu bauen um den Dieselfilter schnell wechseln zu können. Übernachten konnte ich auf dem Werkstattgelände, auf dem auch viele Wohnmobile ihren angestammten Platz haben.
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Am Dienstag war dann neben dem Dieselfilter auch ein weiterer, erfahrener Monteur vor Ort. Dieser hatte allerdings mit der Diagnose ziemliches Bedenken. Und er sollte leider Recht behalten. Er hat sich unter das Schätzchen gequetscht und festgestellt, dass am Turbolader etwas abgebrochen sei. Eigentlich hätte der Turbo nun getauscht werden müssen. Aber der russische Spezialist konnte eine Notreparatur mit Hilfe eines Schweißgerätes vornehmen. Ein Tausch hätte hier auch nicht stattfinden können. Außer dem Zeitproblem der Firma gab es hier leider keine Grube oder ein starkes Hebegerät für das fünf Tonnen schwere Schätzchen. Nach Übergabe einiger Scheinchen für die schnelle Hilfe und den Übernachtungsplatz konnte die Urlaubsreise fortgesetzt werden.
Da ich am Mittwoch in der Pfalz zum Geburtstag feiern sein wollte, ging es nun in Richtung Süden in die Zwei-Burgen-Stadt Weinheim. Im tollen Wellen- und Badeparadies MIRAMAR gönnte ich mir einige schöne Stunden zum Relaxen. Der Aufenthalt im Bad und der Therme ist zwar nicht unbedingt günstig, aber den Preis wirklich wert. Die vielen Menschen verlaufen sich in den ebenso vielen Bade- und Chillmöglichkeiten. Hier ist für jeden etwas geboten.


Nach einem Boxenstopp im Rhein-Neckar-Zentrum und bei der in „unseren Kreisen“ bekannten Firma Fritz Berger konnte nun das nächste Ziel anvisiert werden.
Im schönen Deidesheim, in der ebenso wirklich sehr schönen Pfalz, wohnt mein Bruderherz und meine Mama macht dort einige Tage Urlaub.
Der Stellplatz im romantischen Weingut „Gießen Erben“ ist zwar recht einfach ausgestattet, aber trotzdem empfehlenswert. Für wenige Taler steht man versteckt direkt am Deidesheimer Ortsrand und der Weinstraße.

Der Weg ins Zentrum führt durch die romantischen Straßen und Gassen mit vielen Restaurants.
Wir genossen allerdings den Geburtstagsschmaus im Gutsauschank vom Weingut „Acham Magin“ in Forst an der Weinstraße. Abgesehen von der etwas schleppenden Bedienung gab es sehr leckeres Essen und vom Wein wurde ich als alter Biertrinker sehr positiv „angefixt“.
Bei der Abfahrt vom Weingut am Donnerstag stellte sich mir ein frecher, großer Steinpfosten in den toten Winkel. Dass dieser Frechling mir die „Stoßstange“ am Fahrradträger demoliert hatte, bemerkte ich erst nach einem Hinweis eines aufmerksamen Autofahrers. Mit Spanngurten konnte ich dieses Malheur bis zum Aufenthalt im „Weingut Desoi“ bei Bad Kreuznach „im Zaum halten“. Auf dem Weg dorthin konnte ein „lieber“ Busfahrer auf einer schmalen Landstraße nicht ausweichen. Da ich selbst schon fast im Straßengraben fuhr, knallte mir der Bus natürlich den Seitenspiegel kaputt. Anhalten und nachschauen konnte dieser aufmerksame Verkehrsteilnehmer natürlich auch nicht. Am Abend konnte ich mit ein wenig Geduld und unter Einsatz von Hammer und Zange wenigstens den Leuchtenträger so weit richten, dass nun „nur noch“ ein „optischer Mangel“ besteht. Der Spiegel allerdings verweigerte allerdings jede Behandlungsmöglichkeit.
Im Weingut Desoi, welches ich via Landvergnügen gefunden hatte, konnte ich als Belohnung für meinen Einsatz eine kleine Weinverkostung genießen und als Resultat davon auch einige Flaschen des doch leckeren Stöffchen erwerben. Und das MIR als Biertrinker!!!

Bei einem Besuch der Firma EURAMOBIL (und einiger anderen WoMo-Handelsnamen) am Donnerstag konnte ich einem „alten Hasen“ die eine oder andere prima Information über das Schätzchen mitnehmen. Auch einige Ersatzteile für das fast schon historische Schätzchen erstehen. Im Gegensatz zu einigen nicht so tollen Kommentaren im Internet fühlte ich mich im Werkstattbereich der Firma gut aufgehoben.
Leider war auf dem Stellplatz in Bingen am Rhein kein Übernachtungsplatz mehr zu ergattern. Auf Empfehlung des freundlichen Eigentümers(?) rutschte ich also ein Stückchen weiter nach Ockenheim auf den Stellplatz „Metzis Panoramablick“. Am Ortsrand und direkt am Weinberg konnte ich bis zum Sonntag stehen und die Ruhe genießen.

Diese erholsame Ruhe wurde am Samstag noch durch einen tollen Ausflug auf dem Rhein von Bingen bis St. Goar  „erweitert“. Bei schönstem Sommerwetter gelang mir dabei wenigstens ein Blick von unten auf die oben genannte Lorelei. Nach langer Zeit fand ich auch endlich wieder Gelegenheit einige Fotos zu schießen. Mit Bierchen und Zigarre gelang ein sehr schöner, erholsamer Urlaubstag.
Nachdem dann am Sonntag die Wäsche gewaschen, die Ent- und Versorgung des Schätzchens durchgeführt war, folgte zum Urlaubs-Abschluss noch ein lange versäumter und aufgeschobener Besuch bei einem ehemaligen, lieben Kollegen in Ginsheim.
Zum Finale fand ich auch wieder über Landvergnügen einen Stellplatz beim „Birkenhof Taunusobst“  bei Hofheim am Taunus.


Epilog

Am letzten Urlaubstag auf dem Weg zum Birkenhof stellte sich der Leistungsverlust erneut ein. Ein Besuch beim Facharzt ergab, dass die russische Nothilfe leider nur und wenigstens doch über den Urlaub hinweg Erfolg zeigte. Die Operation war zwar gelungen, aber der Turbo-Patient nun doch tot 😥​.
Da kommt wohl in den nächsten Tagen eine schmerzhafte Organverpflanzung auf uns zu 😵​

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